Quecksilber-Emissionen der Braunkohle-Verstromung reduzieren

Die Belastung mit Quecksilber darf nicht mehr auf die leichte Schulter genommen werden. Es wird Zeit, dass das RWE sich bewegt. Wir bitten den Bürgermeister mit unserem Antrag im nächsten Rat, für die Bürger in Grevenbroich hier aktiv zu werden.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir bitten Sie, nachfolgenden Antrag in die Tagesordnung des Rates am 28.1.2016 aufzunehmen:

Der Rat fordert den Bürgermeister auf, mit dem RWE-Vorstand Gespräche aufzunehmen. Ziel dieser Gespräche soll sein, dass das RWE bei seinen Braunkohle-Kraftwerken im rheinischen Revier schnellstmöglich Maßnahmen ergreift, die zu einer erheblichen Reduzierung der Quecksilberemissionen bei diesen Anlagen führen.

Inzwischen dürfte allgemein bekannt sein, dass unter all den gesundheitsgefährdenden Stoffen, die bei der Verbrennung von Braunkohle emittiert werden, sich auch das hochgiftige Quecksilber befindet. 43% des in Deutschland freigesetzten Quecksilbers wird durch Braun-kohle-Kraftwerke emittiert. Die Kraftwerke in Neurath und Niederaussem sind nach dem in Jänschwalde die größten Einzelemittenten. Die Kraftwerke in Neurath stießen alleine 2015 667 kg/a und Frimmersdorf 68,6kg/a aus, so eine Studie des „Institut für Ökologie und Poli-tik“ in Hamburg.

Auch wenn sich die Emissionshöhen deutscher Braunkohle-Kraftwerke unter den erlaubten Grenzwerten befinden und auch schon die anzunehmenden Grenzwerte der Neufestsetzung 2019 unterschritten werden, so ist es doch verwunderlich, dass in den USA die Grenzwerte für Quecksilber wesentlich niedriger sind und durch die dortigen Kraftwerke eingehalten werden können. Deutsche Kraftwerke müssten, würden US-Standarts gelten, nachgerüstet oder abgeschaltet werden. In den USA hat man also die Gefahr die von Quecksilber-Emissionen ausgeht, so wie wir Grünen, schon vor Jahren erkannt und sie, mit in Deutsch-land entwickelten Methoden, minimiert.

Quecksilber ist ein sich im menschlichen und tierischen Organismus anreicherndes Schwermetall. Der Mensch nimmt es im Wesentlichen über die Nahrung, als hochgiftiges Methylquecksilber, auf. Am gefährlichsten ist es für Schwangere, bzw. dem Fötus, Neugebohrene und Kleinkinder. Erhöhte Quecksilberbelastungen führen bei diesen Personengruppen zu Hirnschädigungen. Die möglichen Folgen, so das United Nation Enviroment Programme von 2013 sind: geistige Behinderung, Krampfanfälle, Seh- und Hörverlust, verzögerte Entwicklung, Sprachstörungen und Gedächtnisverlust sowie eine verminderte Intelligenz.

Unter Berücksichtigung der Schäden für den menschlichen Organismus durch Quecksilber und den Möglichkeiten der Emissionsvermeidung, den der Stand der Technik bietet, hält der Rat der Stadt Grevenbroich es für notwendig, dass Sie Herr Bürgermeister mit dem Vorstand des RWE Gespräche führen, mit dem Ziel, dass von Seiten RWEs diesbezüglich Maßnahmen ergriffen werden.

Dies dient auch dem Wohle aller Grevenbroicher Bürgerinnen und Bürger.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Gawlinski
Fraktionsvorsitzender

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