Abgasmessungen der Pro O belegen: Autohersteller betrügen weiterhin Dieselfahrer

Die Grevenbroicher Lokalpresse berichtete in der letzten Woche über die Stickoxidmessungen der Initiative Pro O (Pro Ortsumgebung) in Kapellen. Die gemessenen Stickoxid Werte sollen mit 32,1 µg nur knapp unter dem gesetzlich festgelegten Grenzwert von 40 µg liegen.

Die Messungen der Pro O sind im Februar 2018 durchgeführt worden und belegen eindeutig, dass der Betrug am Dieselfahrer ungebremst weiter geht. Verantwortlich für die hohen Stickoxidwerte ist die Abschaltung der Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen zum „Schutz des Motors“ bei niedrigen Temperaturen (in der Regel bei unter 10 Grad Außentemperatur). Wie z.B. durch den Spiegel im März 2017 berichtet, stoßen im Winter z.B. Euro 6 Dieselfahrzeuge Stickoxide bis zum 17,2fachen des erlaubten Grenzwertes aus.

Die noch beim Dieselgipfel kurz vor der Bundestagswahl von der schwarz-roten Großen Koalition als Lösung des Stickoxid Problems hochgepriesenen Softwareupgrades sind also, wie von den Experten erwartet, wirkungslos verpufft.

Die Grevenbroicher Grünen können allerdings die Schlussfolgerung der Pro O, den Dieselbetrug durch den Bau einer Umgehungsstraße um Kapellen zu heilen, nicht nachvollziehen. Die Euro 6 Diesel Fahrzeuge können die von der EU im Jahr 2011 unter Billigung der damaligen Merkel Regierung beschlossenen Grenzwerte nicht einhalten. Es wird ohne eine technische Nachrüstung, wie bereits gerichtlich bestätigt, zu Fahrverboten kommen. Auch der Bau einer L361N, wie von der Pro O gefordert, kann das nicht verhindern.

Die Bundesregierung muss endlich Nägel mit Köpfen machen und die Autoindustrie in die Verantwortung nehmen. Es kann nicht sein, dass VW, BMW, Mercedes und wie sie alle heißen, von Umsatzrekord zu Umsatzrekord brausen und der betrogene Dieselfahrer durch Fahrverbote gezwungen wird, seinem Verlust weiteres gutes Geld für den vorzeitigen Kauf eines neuen Fahrzeuges hinterherzuwerfen.

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