L361n nicht mit Hochwasserschutz vereinbar

“In der Hochwasser-Frage stützen sich die Grünen auf eine Aussage, die der Chef des Erftverbands vor einigen Tagen im Gespräch mit unserer Redaktion getroffen hatte. „Wir müssen dem Fluss wieder mehr Raum geben, in den hinein er sich im Hochwasserfall schadlos ausbreiten kann. Das bedeutet aber auch, dass wir diese Räume noch konsequenter als bisher von Siedlungen freihalten müssen“, hatte Bernd Bucher in Bezug auf die Gewässer-Renaturierung gesagt, die beim Erftverband als eine von mehreren Säulen des Hochwasserschutzes gilt. Der Grevenbroicher Grünen-Fraktionschef Peter Gehrmann ergänzt: „Dieses Credo muss selbstverständlich auch für den Straßenbau gelten.“

Sein Kollege Dirk Schimanski geht davon aus, dass die Erft auch bei Kapellen durch die Renaturierung in ein kleineres Bett wandert. „Dann kann es zu einem Effekt wie in der Eifel kommen: Wenn kleine Bäche sehr große Mengen Wasser aufnehmen müssen, treten sie sofort über die Ufer.“ An der L 361n würden Flächen zur Überflutung fehlen, auch durch den Damm, auf dem die Straße verlaufen soll. „Solche Überflutungsszenarien müssen mit einkalkuliert werden“, betont Schimanski, der auch damit rechnet, dass die Brücken der Trasse bei einer Flut erheblichen Schaden nehmen könnten. Er fürchtet Reparaturkosten in Millionenhöhe. „Wir haben gesehen, dass ganze Autobahnen weggerissen werden können.“”

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