Grevenbroich, 12. März 2026 – Die seit fünf Jahren in Grevenbroich geltende Quote für sozialen Wohnungsbau hat sich als wirksames Instrument erwiesen, um bezahlbaren Wohnraum für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen zu schaffen. Wie die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt betont, belegen aktuelle Projekte die erfolgreiche Umsetzung der Regelung – ohne den Wohnungsbau zu bremsen. Gleichzeitig fordern die Grünen eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren, um den dringenden Wohnungsbedarf zügiger zu decken.
Die flexible Ausgestaltung der Quote ermöglicht es Bauherren, alternativ in lokale Daseinsvorsorge zu investieren, etwa durch den Bau von Kindergärten. Aktuell werden mehrere Vorhaben mit sozialer Wohnraumquote realisiert, darunter Projekte am Herkensbuscher Weg/Erftwerkstraße, An der Heckstraße und Am Lohweg. „Diese Entwicklungen zeigen, dass die Quote funktioniert und den Wohnungsbau nicht ausbremst“, erklärt Peter Gehrmann, Sprecher für Stadtentwicklung der Grünen-Fraktion. „Die flexible Handhabung schafft Spielräume, die sowohl den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum als auch die Interessen der Investoren berücksichtigen.“
Trotz der Erfolge gibt es Kritik von Bauherren, die sich vor allem an der 30-Prozent-Regelung entzündet. Gehrmann relativiert: „Der Unmut über die Quote wird nur von wenigen Investoren geäußert. Weitaus stärker wiegt die Kritik am bürokratischen Aufwand, der bis zur Erteilung einer Baugenehmigung entsteht.“ Genehmigungsverfahren ziehen sich oft über fünf Jahre oder länger hin. „Hier muss die Stadt dringend gegensteuern und die Verfahren auf ein bis maximal zwei Jahre verkürzen“, fordert Gehrmann.
Angesichts des wachsenden Wohnungsbedarfs – bis 2030 werden rund 1.800 neue Wohnungen benötigt, bis 2040 sogar etwa 3.600 – sieht die Partei weiteren Handlungsbedarf. „Nachverdichtung, die Umwandlung leerstehender Ladenlokale und Aufstockungen bestehender Gebäude müssen prioritär genutzt werden, um neuen Wohnraum zu schaffen“, betont Renate Steiner, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen. „Dennoch lässt sich zusätzlicher Flächenverbrauch nicht vollständig vermeiden. Die Flächenpolitik muss daher nachhaltig, sozial gerecht und klimaschonend gestaltet werden.“
Die Grünen sprechen sich klar für den Erhalt der Quote aus. „Der soziale Wohnungsbau, der überwiegend im mehrgeschossigen Segment realisiert wird, bleibt ein zentraler Baustein, um die Wohnungsversorgung in Grevenbroich zu sichern“, so Steiner abschließend. „Die Politik ist gefordert, konkrete Lösungen zu präsentieren – und dabei Tempo, Sozialverträglichkeit und Klimaschutz unter einen Hut zu bringen.“