Die Fraktionen von SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Mein Grevenbroich setzen sich für eine umfassende Renaturierung der Erft und ihrer Auen ein. Mit einem gemeinsamen Antrag fordern sie die Verwaltung auf, einen detaillierten Sachstandsbericht zur geplanten Umgestaltung vorzulegen und Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einzubeziehen.
Hintergrund ist die geplante drastische Reduzierung der Wasserführung der Erft auf nur noch rund 20 Prozent des heutigen Volumens. Dies mache einen grundlegenden Umbau des Flusslaufs notwendig, um ökologische Schäden zu verhindern und städtebauliche Chancen zu nutzen.
„Wir müssen verhindern, dass die Erft zu einer Kette stehender, stinkender Teiche verkommt. Es geht um nichts weniger als die Zukunft eines zentralen Landschaftsraums unserer Stadt“, betont Daniel Rinkert, MdB und Vorsitzender der SPD-Fraktion.
FDP-Fraktionsvorsitzender Markus Schumacher ergänzt: „Dieser Umbau ist eine Jahrhundertchance für Grevenbroich. Wir wollen eine attraktive, moderne Flusslandschaft – kein ökologische Dauerbaustelle.“
Auch Bündnis 90/Die Grünen machen deutlich, dass die ökologische Perspektive im Mittelpunkt stehen muss: „Wenn der Wasserstand sinkt, braucht es gute und umweltfreundliche Lösungen, die dafür sorgen, dass die Erft auch in heißen Sommermonaten weiter fließt. Außerdem muss das Flussbett so gestaltet sein, dass es bei Hochwasserereignissen sehr große Wassermengen aufnehmen kann. Eine naturnahe Erft bedeutet mehr Artenvielfalt, mehr Lebensqualität und mehr Klimaresilienz“, erklären Dr. Peter Gehrmann und Renate Steiner.
Für die Fraktion Mein Grevenbroich ist der Beteiligungsprozess entscheidend: „Die Menschen in Hemmerden, Wevelinghoven, Stadtmitte und Kapellen müssen wissen, was auf sie zukommt. Transparenz und Mitsprache sind unerlässlich“, sagt Martina Suermann-Igné.
Im Antrag wird ein besonderes Augenmerk auf die Chance gelegt, künftig trockenfallende Flussabschnitte städtebaulich aufzuwerten – etwa durch ein „Turia-Konzept“ nach Vorbild von Valencia, wo ein ehemaliges Flussbett heute eine attraktive Parklandschaft bildet.
Das Dialog-Bündnis fordert außerdem, dass der Konflikt zwischen Land NRW und Mühlenrechtsinhabern gelöst wird, um Planungen nicht weiter zu blockieren. Ohne Fortschritte drohe Stillstand mit erheblichen ökologischen Risiken. Ziel der Fraktionen ist ein durchgängiger, ökologisch funktionsfähiger und landschaftlich attraktiver Erftlauf, der zu einem neuen grünen Rückgrat Grevenbroichs werden kann.